Der Ausstellungsort, das Gotische Haus, ist das älteste Bürgerhaus im gesamten Berliner Raum. Ich richte mein Augenmerk auf marginale Details der Baugeschichte. Anträge zur Anbringung von Werbetafeln interessieren mich ebenso wie die zahlreichen Vorschläge zur Benennung des Gotischen Hauses. Ich kopiere den Bericht zur Bauforschung des Hauses, Details aus Architekturplänen oder das Foto einer Zeichnung des Gewölberaumes um 1900, die vermutlich in den 1940er Jahren, nach einer heute verschollenen Postkarte entstanden ist. Ich zeige Zeichnungen nach Archivalien und nutze frühe Skulpturen in Korrespondenz zum Raum.
Als Metapher dafür, dass unser Wissen über Geschichte fragmentarisch und unsicher bleibt, greife ich eine Zeichnung aus dem gotischen Bauhüttenbuch von Villard de Honnecourt auf – ein über Wasser galoppierendes Pferd.